Deutscher Jiu Jitsu Bund

Sofern keine Pandemie für Kontaktbeschränkungen sorgt, finden seit 1998 alle zwei Jahre die Deutschen Meisterschaften des DJJB statt. In diesem Jahr ist es am 09. und 10. Mai wieder so weit. Ausrichter ist der Kishido des Turnvereins Hochstetten. Erwartet werden wieder eine Menge Athleten, die sich in den verschiedenen Disziplinen Random Attack, Pairs, Kata, Bodenkampf und Team messen wollen. Neben dem Vergleich steht vor allem der freundschaftliche Austausch im Vordergrund.
 

Die Wettkämpfe im DJJB sind stets von Respekt und gegenseitiger Anerkennung geprägt. Alle Teilnehmenden sehen sich freundschaftlich verbunden auf einem gemeinsamen Weg zur persönlichen Perfektion. Hier ist der sportliche Erfolg bloß ein kleiner Baustein. Wahre Größe beweist auch wer würdevoll verliert und den anderen den Erfolg nicht neidet. Anders als beispielsweise bei anderen Sportarten ist hier das Ausbuhen und Verächtlichmachen sowie die gehässige Freude über einen Sieg verpönt. Mattenrichterentscheidungen werden insgeheim sicherlich mal angezweifelt.
Bei aller Schulung und selbst unter Würdigung möglichst objektiver Kriterien kann bei der Komplexität und Vielfalt der dargebotenen Techniken ab und an ein Akzent anders gesetzt werden, als es Außenstehenden unmittelbar einleuchtet. Aber auch hier zeigt sich der Geist des Budō, sich selbst nicht zum Maß aller Dinge zu machen. Ganz im Sinne des „Erkenne dich selbst“, das einst als Inschrift über dem Apollotempel von Delphi stand, weiß der Budōka vor allem, was er nicht weiß.
So wird die Plattitüde vom Weg, der das Ziel ist, mit Leben gefüllt und als harmonische Weiterentwicklung in freundschaftlicher Verbundenheit mit anderen zur leitenden Praxis. Die technische Vielfalt des DJJB zeigt sich auch in den diversen Wettkampfrichtungen.
 

Beim Random Attack stehen realistische Abwehrtechniken im Zentrum. Tori wird hier von Uke mit einem Angriff aus einem zu Gurt und Alter passenden Repertoire attackiert. Dabei wird der Angriff zufällig bestimmt, sodass Tori nicht weiß welcher Angriff genau erfolgt. Hier kommt es auf gute Reflexe und Konzentration an.
Bei der Wettkampfkategorie Pairs haben beide Partner eine ca. 2-minütige Choreografie ausgearbeitet, die sie den Wettkampfrichtern vorführen. Hier ist Kreativität gefragt, möglichst realistische Technikfolgen mit Schauwert aneinanderzureihen und darüber einen Spannungsbogen zu spannen.
Das Team erweitert dieses Konzept um eine möglichst synchrone Darstellung einer gemeinsam von drei bis zwölf Sportlern erzählten Geschichte. Beim Bodenkampf, der körperlichsten Form des Wettkampfs im DJJB, wird durch technische Finesse bis zur Aufgabe des Gegners in einem Würgegriff oder Hebel bzw. durch Punktsieg nach maximal vier Minuten gekämpft.
In der Kata schließlich als höchster Form werden vorgegebene Abwehrtechniken gemeinsam mit dem Partner im Wechselspiel von Anspannung und Ruhe mit größtmöglicher Konzentration und Exaktheit bis in die kleinsten Bewegungsabläufe vorgeführt.

Alle Interessierten können sich die diesjährigen Meisterschaften in der Halle 1 des Schulzentrums Linkenheim erreichbar über die Virchowstraße in 76351 Linkenheim-Hochstetten anschauen.

Text: Christoph Hövel
Bilder: DJJB