Deutscher Jiu Jitsu Bund

Mülheim an der Ruhr / Traben-Trarbach – Das zweite Septemberwochenende stand beim Bujindo Mülheim e.V. ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Weiterbildung und Erholung: Vom 11. bis zum 13. September 2026 reisten die erwachsenen Mitglieder der Jiu-Jitsu-Gruppe zur traditionellen Vereinsfahrt in die Jugendherberge nach Traben-Trarbach.
Während die Fahrt der Kinder- und Jugendgruppe gewohnheitsmäßig vor den Sommerferien stattfindet, bildet der Ausflug der Erwachsenen stets den gelungenen Auftakt nach der Sommerpause. Die Anreise bei bestem spätsommerlichen Wetter verlangte den Teilnehmern aufgrund zahlreicher Baustellen auf dem Weg an die Mosel etwas Geduld ab. Am Ziel angekommen, zeigt sich die Jugendherberge Traben-Trarbach nach ihrer frischen Renovierung in einem absoluten Top-Zustand. Kurz nach dem Eintreffen begann also schon das Wochenendprogramm: Beim gemeinsamen Grillen unter freiem Himmel war für das leibliche Wohl bestens gesorgt, später klang der Freitagabend in entspannter Atmosphäre und mit vielen guten Gesprächen aus.
 


Budo-Philosophie trifft auf Natur und Mosel-Romantik
Neben dem sportlichen Training auf der Matte nutzen die Mitglieder des Bujindo e.V. die Vereinsfahrten seit jeher intensiv, um theoretische und philosophische Themen des Budo aufzugreifen und im Kreis der Erwachsenen zu diskutieren. Der Samstagmorgen begann folgerichtig mit geistigem Input: Josef Djakovic (10. Dan Jiu Jitsu und Präsident KID/DJJB und unser Cheflehrer) hielt einen fesselnden Vortrag zum Thema Jitsu und Do. Er beleuchtete dabei die japanischen Schriftzeichen, deren historische Herkunft und Bedeutung sowie die philosophische Einordnung beider Konzepte. Gestärkt durch den Theorie-Teil brach die Gruppe anschließend zu einer ausgedehnten – sicherlich weitgehend barrierefreien, aber nicht minder anstrengenden – Wanderung durch die malerische Natur und die sonnenverwöhnten Weinberge hinüber nach Bernkastel-Kues auf. Bei beständigem Sonnenschein boten sich unterwegs spektakuläre Ausblicke über die Mosellandschaft. In Bernkastel-Kues angekommen, kehrten die Mülheimer in einem gemütlichen Weinlokal zur Brotzeit ein. Nach einer Erkundung des historischen Ortskerns ging es mit dem Schiff "Nicolaus Cusanus" über die Mosel zurück nach Traben-Trarbach. Die entspannte Fahrt auf dem Wasser lud zu weiteren Fachsimpeleien und Gesprächen an Deck ein. Nach dem Abendessen bildete der Besuch des traditionellen Weinfests in Traben-Trarbach den stimmungsvollen Abschluss des Tages.
 


Rechtliche Aspekte und die Entwicklung vom Jitsu zum Do
Auch der Sonntagmorgen nach dem Frühstück stand ganz im Zeichen der Theorie. Volker Schwarz und Andreas Dolny referierten zur Frage der Selbstverteidigung in der Kampfkunst unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen. In diesem Kontext stellten sie die Erkenntnisse des französischen Kampfkunst-Pioniers und Aikido-Lehrers André Protin bezüglich der Entwicklung vom Jitsu (der reinen Kunst/Technik) hin zum Do (dem Lebensweg) vor. Diese Entwicklung lässt sich nicht nur historisch belegen, sondern spiegelt sich auch juristisch in den Voraussetzungen der Notwehr sowie ganz konkret im praktischen Training auf der Matte wider. Nach dem gemeinsamen Mittagessen traten die Sportlerinnen und Sportler gestärkt und mit vielen neuen Impulsen die Heimreise an. Ein herzliches Dankeschön geht an das Organisationsteam des Bujindo Mülheim e.V. für die rundum perfekte Zusammenstellung und reibungslose Durchführung dieses rundum gelungenen Wochenendes an der Mosel!
Das einfachste Konkrete koinzidiert mit dem Absoluten.
(Nikolaus von Kues)

Text: Andreas Dolny & Volker Schwarz
Bilder: DJJB