Deutscher Jiu Jitsu Bund

Kürzlich trafen sich hoch motivierte Teilnehmer in der Sporthalle des Bushido Mülheim in Mülheim an der Ruhr.
Dort freute sich schon Lehrgangsleiter Gerhard Dressler (6. Dan Jiu Jitsu) auf schweißtreibende Stunden des Übens und Lehrens. Sein Heimatverein ist der TV Hohenlimburg 1871, in dem er seit über 35 Jahren die Kampfkunst Jiu Jitsu lehrt.
Thema des Dan-Lehrgangs für Jiu-Jitsuka vom Braungurt bis zum Braungurt mit 3. Streifen waren „Abwehrtechniken und Festhaltegriffe für Dan-Grade“. Nach Aufwärmtraining und Fallschule zeigte Gerhard Techniken, in denen die Philosophie „Siegen durch Nachgeben“ verkörpert wird: Die Kraft des Angreifers umlenken – das war die Devise.
Sehr großen Wert legte der Lehrgangsleiter auf die intensiven Übungen mit möglichst vielen unterschiedlichen Partnern, so hatte jeder Teilnehmer mit jedem anderen Teilnehmer mehrere Techniken zu absolvieren. Den Partner wirksam unter Kontrolle zu bringen, bereitete allen Jiu-Jitsuka viel Freude, auch wenn dies sich manchmal schon schmerzhaft auf Schulter-, Hand- und Fingergelenke auswirkte.
Doch auch das gehört wie die anschließenden Lockerungsübungen zum Budo.
Von Fingerhebeln im Stand ging es dann über die Würfe in die Bodenlage, wo der Angreifer stabil fixiert wurde. Die Bodenlage stellt sich bei einem Angreifer als gute Position dar, denn die eigene Körpermasse hilft hier, den Angreifer in Verbindung mit Hebeln festzulegen. Bei mehreren Angreifern muss natürlich vor dem Hintergrund der zwingenden Notwendigkeit schnellen Handelns auf solche (dauerhaften) Festhaltetechniken verzichtet werden.
Gerhard übte mit den Lehrgangsteilnehmern folglich beide Varianten, wobei auch der Kurzstock zum Einsatz kam. Geübte Festhaltetechniken mit Hilfe eines Kurzstocks wurden auch als sehr effektiv empfunden. – Dan-Träger, welche sich über viele Jahre bzw. Jahrzehnte mit Abwehrtechniken beschäftigen, haben schon einige „Lieblingstechniken“ in ihrem Programm.
Ziel des Lehrgangs war natürlich, neue Techniken kennenzulernen, aber noch wichtiger war es Gerhard, die eigenen „Lieblingstechniken“ durch kleine Verbesserungen weiter zu optimieren, und in diesem Lehrgang gab es sehr viele Gelegenheiten, die eigenen Techniken durch kleine Ergänzungen zu verbessern. – Schnelle Boxabwehrtechniken standen auch auf dem Programm, das Ausweichen mit einer Pendelbewegung spiegelte wieder einmal mehr die Philosophie des „Siegen durch Nachgeben“ wider.
Am Ende des Lehrgangs gab es ein Fazit: Alle Lehrgangsteilnehmer waren sich einig, dass dieser Lehrgang sehr viel Spaß gemacht hat. Auch Gerhard konnte diesen Gedanken rundum teilen: „Es wurde bis zur letzten Sekunde nicht langweilig, die Motivation war prima...“ – Einen Abschluss bildete der theoretische Teil, das thematisierte Statement eines Iaido Meisters zeigte, dass es viele Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Kampfkünsten gibt.
Gerhard übt die Kunst des Iaido übrigens auch schon mehrere Jahrzehnte. Allemal ein Grund, auf das Verbindende im Budo zu schauen. Die Lehrgangsteilnehmer dankten Gerhard mit einem Applaus. Wir hoffen dass es bald eine Wiederholung des Lehrgangs gibt...
 

Robert Zink