... Selbstbehauptung und Gewaltprävention waren die Leitthemen des
Kinderlehrgangs des DJJB im Jahre 2010. Während die Olympischen Spiele in Kanada
die Weltelite des Wintersports unter ein gemeinsames Dach bringen konnte,
vereinte der Kinderlehrgang am 13. Februar 2010 – trotz starken Schneefalls und
der Karnevalszeit – die Jiu-Jitsu-Jugend des DJJB-Landesverbandes NRW.
André Rasche (Jugendwart des Landesverbandes NRW des DJJB, 3. Dan Jiu Jitsu, 2.
Dan Jiudo) sprach die einleitenden Worte, die insbesondere die Kinder
motivierten, welche zum ersten Mal an einem Lehrgang teilnahmen. Daraufhin
übergab André die weitere Durchführung des Lehrgangs an das Lehrer-Team,
bestehend aus Carina Eberhard, Christian Weber und Oleg Tartakowski (alle 1. Dan
Jiu Jitsu, 1. Dan Jiudo, Bujindo
Mülheim e.V.).

Los ging’s mit dem Aufwärmtraining, bei dem die „Jiu-Kids“ mit Spiel und
Spaß in diversen Übungen knifflige Aufgaben zur Selbstbehauptung und
Prävention von Gewalt lösen mussten. Ausgetobt und voll guter Laune galt es
für die Nachwuchskämpfer bei den Fallübungen nicht nur, in allen nur
erdenklichen Formen möglichst rund zu rollen, sondern sich auch „stimmlich“
zu behaupten, denn ein statthafter Kiai (Kampfschrei) gehört genauso zur
Grundausbildung eines Jiu Jitsuka, wie ein gut ausgeführter Block oder
Schlag.
Dazwischen gab es immer wieder das eine oder andere Spiel, welches den
„Kids“ auch sichtlich Spaß machte. Schon hierbei feilten die Teilnehmer an
der bewussten Wahrnehmung der Umgebung. Nach den Fallübungen ging es los mit
dem Hauptteil des Lehrgangs: Hier standen zunächst zwei Wurftechniken auf
dem Plan, die in den späteren Techniken zur Anwendung kommen würden. Danach
ging es daran die gelernten Wurftechniken und den geschärften Blick in Bezug
auf Umklammerungsangriffe zu trainieren. Dazu machten sich die jungen
„Wilden“ zunächst mit dem „Drei-Stufen-Prinzip“ vertraut. „Früh“, „knapp“
und „spät“ waren hier die Schlagworte.

Entsprechend dem Angriff des Partners und der Aufmerksamkeit des
Verteidigers galt es zu reagieren. Bei der Stufe „früh“ sahen die Kinder den
Angriff frühzeitig und reagierten durch Wegstoßen des Partners, noch bevor
es zu einem handfesten Angriff kommen konnte. „Knapp“ bedeutete, dass die
jungen Jiu Jitsuka gerade noch Zeit hatten, den Angriff zu bemerken, bevor
der Partner richtig zupacken konnte. Bei der Stufe „spät“ sollten die Kids
im Training kurzzeitig einmal bewusst nicht aufpassen und sich „richtig“
angreifen lassen.
Schnell hatte Uke (Angreifer) Tori (Angegriffener/Angegriffener) schon voll
umklammert, und es musste also eine Abwehrtechnik ausgeführt werden, um aus
dieser schwierigen Lage zu entkommen. Nachdem auch diese Techniken eingeübt
und in unterschiedlicher Reihenfolge sowie mit verschiedenen Partnern
trainiert wurden, war es Zeit für ein Abschlussspiel. Mit Klammerfangen –
jeder befestigt drei Wäsche-Klammern sichtbar am Dogi (japanisch Anzug) und
versucht die Klammern der anderen Kids zu fangen – ging der Kinderlehrgang
2010 zu Ende, und André Rasche gewann mit über 25 Klammern.
Trotz des Verzichts auf den Besuch des Karnevalszuges gab es im Dojo nach
dem Lehrgang als Belohnung für die tolle Mitarbeit der Teilnehmer doch noch
„Kammelle“... Wir freuen uns schon auf den nächsten Kinderlehrgang und
hoffen, dass es Euch genauso viel Spaß gemacht hat, wie uns! Danke an den
Bushido-Mülheim für die Vorbereitung des Dojo und bis zum nächsten Jahr!

Text: Carina Eberhard, Christian Weber, Oleg Tartakowski
Fotos: André Rasche